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>> Aktuelle Andacht April & Mai 2017

Herzlich willkommen

christianeUnsere Kirchengemeinde lebt in einer Stadt und in Gebäuden, die bis auf den heutigen Tag sehr von der Zeit der Reformation geprägt sind. Wir sind zu Hause in zwei Kirchen: der Stadtkirche St.Marien, die mit dem höchsten Turm von Torgau weit ins Land grüßt und seinerzeit als Hofkirche fungierte. In ihr wurden prunkvolle Hochzeiten gefeiert und wichtige Persönlichkeiten begraben, so die geliebte Gemahlin Johanns des Beständigen Herzogin Sophie von Mecklenburg. Zu ihrem Gedenken ließ der Kurfürst Lucas Cranach d.Ä. ein Altarbild mit den "14 Nothelfern" malen. Auch Katharina Luther geb. von Bora liegt in der Stadtkirche begraben. Die andere Kirche ist die berühmtere: die von Martin Luther am 5.10.1544 höchstpersönlich in Dienst genommene Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels, der erste protestantische Kirchenneubau überhaupt. Im Gebäude der "Alten Superintendentur" in der Wintergrüne 2, die 1529 als erste ihrer Art eingerichtet wurde und in der 1530 die "Torgauer Artikel" von Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen in Vorbereitung des Reichstages in Augsburg verfasst wurden, befinden sich heute unsere Gemeinderäume.

Unsere Gemeinde gehört mit ihren ca.1850 Mitgliedern zum Kirchenkreis Torgau-Delitzsch, dem einzigen Kirchenkreis der EKM (Evangelische Kirche Mitteldeutschlands) auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen.

Wir sind eine traditionelle Gemeinde mit Kinder-, Konfirmanden-, Jugend-, Erwachsenen und Seniorenkreisen. Einen besonders hohen Stellenwert hat bei uns die Kirchenmusik. Unser Kantor ist der 25. Nachfolger des "evangelischen Urkantors" Johann Walter, der 1526 in Torgau mit sangesfreudigen Bürgern eine Stadtkantorei gründete, die zum Vorbild des evangelischen Kantoreiwesens werden sollte. Noch heute singen (nicht nur) Torgauer in der Johann-Walter-Kantorei, im Küken- und im Kinderchor und helfen mit, die Tradition zu bewahren und lebendig zu halten. Dazu trägt auch das jährlich neu aufgelegte umfangreiche Konzertprogramm in unseren Kirchen bei.

Von Kurfürst Johann Friedrich, dem zeitlebens großen Unterstützer der Reformation, hat unsere Gemeinde das Leitmotiv übernommen: "Verbum Domini Manet In AEternum (VDMIAE) - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." (nach Jesaja 40,8)

Wir freuen uns über Ihr Interesse und bieten Ihnen auf dieser hompage weitere Informationen an. Natürlich würden wir uns auch über eine persönliche Begegnung freuen - wir laden Sie herzlich dazu ein!

Pfarrerin Christiane Schmidt


Andacht April - Mai 2017

Liebe Leserinnen und Leser!
Haben Sie ein Kreuz in Ihrer Wohnung? An der Wand oder auf dem Schreibtisch? Oder tragen Sie vielleicht sogar ein Kreuz als Schmuckstück um den Hals? In diesen Tagen der Passionszeit erinnern wir uns an den Leidensweg Christi, an seinen Tod am Kreuz. Das Kreuz ist ein Zeichen, das ambivalente Gedanken in Bewegung bringt: zuerst ist es ein Zeichen des Todes. An den Straßenrändern unserer Straßen erinnert es an Menschen, die durch einen Unfall aus dem Leben gerissen wurden, in Zeitungen markiert es die Todesanzeigen. In früherer Zeit war das Kreuz ein besonders grausames Hinrichtungsinstrument – so ist es uns auch „vertraut“, weil wir von Kindesbeinen an von Jesus erzählt bekamen und in der Kirche die Darstellungen seines Todes sahen. Das Kreuz ist aber auch ein Zeichen des Lebens, weil Jesus zwar am Kreuz gestorben, aber nach drei Tagen auferstanden ist und so den Tod überwunden hat. So ist das leere Kreuz für die Anhänger Jesu, für uns Christen, zu einem Zeichen des Lebens geworden und hat unzähligen Menschen Kra und Mut gegeben, in ihren schweren Lebensstunden nicht die Hoffnung zu verlieren. Und das Kreuz ist ein Zeichen der Gemeinschaft der Christen. Seine Vertikale steht für die Verbindung von Himmel und Erde, für unsere Beziehung zu Gott. Der horizontale Balken weist uns an die Menschen links und rechts neben uns, an die (christliche) Gemeinschaft, in der wir leben. Das Kreuz grüßt uns von Kirchtürmen und an Hauswänden, wo sich Christen zum Hören des Wortes Gottes, zu Gebet und Lobgesang versammeln. Manchmal erinnert es auch nur noch still daran. Natürlich hat das Zeichen des Kreuzes auch Widerstand hervorgerufen. Schon der Apostel Paulus schreibt, dass das Kreuz den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit sei. Auch heute gibt es Menschen, die gegen Kreuze in Klassenzimmern und anderen öffentlichen Räumen zu Felde ziehen. Sie konnten und können nichts anfangen mit der Botschaft, die hinter dem Kreuz steckt. Uns aber ist es eine Gotteskraft! – so schreibt Paulus. Ja, es ist ein Zeichen, das uns Kraft geben will, das Identifikation stiftet und unserer Erinnerung aufhilft. Deshalb ist es gut und nützlich, wenn wir jeden Tag darauf schauen, ob nun an unserer Wohnzimmerwand oder auf unserem Kirchturm oder an der Halskette. Wir müssen nicht immer stundenlang darüber nachdenken, aber es ist gut, wenn es uns präsent ist und uns an den erinnert, der es überwunden hat: Jesus Christus! Ich wünsche Ihnen besinnliche Tage auf dem Weg durch die Passionszeit und dann frohe und gesegnete Ostertage!

Ihre Pfarrerin Christiane Schmidt