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Grabstein von Katharina von Bora

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Ist die Schlosskapelle Torgau der Nabel der Welt für Protestanten?

Ein Beitrag von Mathias Schäfer, MDR SACHSEN (31.10.2025)

Die Schlosskapelle auf Schloss Hartenfels in Torgau ist immer für Überraschungen gut. Restauratoren haben unter der weißen Wandfarbe an der Decke kleine Engel entdeckt. Sie passen so gar nicht zur betonten Schlichtheit der Kapelle, die Martin Luther vor 481 Jahren selbst geweiht hat. Seither gilt die Kirche als Vorbildbau für protestantische Kirchen. Historiker finden, das ist würdig genug, UNESCO-Weltkulturerbe zu werden.

Im Februar hatten sich internationale Experten in Nordsachsen umgeschaut und sind zu dem Schluss gekommen: Die Schlosskapelle in Torgau, die 1544 von Martin Luther persönlich eingeweiht wurde, könnte ein echtes Vorbild für alle später gebauten Kirchenbauten sein. Die Kapelle könnte damit sogar UNESCO-Weltkulturerbe werden - wenn sich Torgau dafür bewirbt.

Zwischenzeitlich haben Restauratoren auf Schloss Hartenfels in Torgau ein Deckengemälde freigelegt. Das sei hochwertig gemalt, lobt die Leiterin des Kulturbetriebes auf Schloss Hartenfels, Lydia Klöppel. "Man erkennt genau über der Orgel im Zwickel des Gewölbes eine figürliche Darstellung von einem kleinen Engel, der einen Reichsapfel und ein Kreuz hält, also die Symbole der weltlichen und der geistlichen Macht." Der kurfürstliche Hofmaler Lukas Cranach der Ältere war höchstwahrscheinlich selbst am Werk.

Schlichtes Weiß statt kleiner Engel

Lydia Klöppel hat darüber und über die Kapelle mit Historikern aus Europa und den USA ein Buch geschrieben. Darin schlussfolgert die Expertenrunde zur Wandfarbe: "Jahrelang ging man ja davon aus, dass besonders diese weiße Tünche hier in der Torgauer Schlosskapelle, dass dieses Puristische das Vorbild für protestantische Kirchen ist und dass eben nicht die große Bilderpracht das Bestimmende war", erzählt Lydia Klöppel.

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Foto: Lydia Klöppel

Schlosskapelle bedeutender als zunächst angenommen.

Mit der einfachen Farbe habe sich wohl der Kurfürst Johann Friedrich der Gutmütige einst durchgesetzt. Unstrittig ist, dass der Reformator Martin Luther selbst die Kirche 1544 eingeweiht hat. Landeshistoriker Thomas Lang erklärt, dass Luther auch das Aussehen der Kapelle vorgegeben hat: "Dieser Bau ist sehr schlicht gehalten. Das ist genau das, was Luther gefordert hat: 'Wir brauchen keinen besonderen Raum. Wir brauchen einen einfachen schlichten Raum.' Dann hat man versucht antike Formen aufzunehmen, indem man Arkadengewölbe reingebaut hat."

Entscheidend sei ein weiteres Merkmal, ergänzt Lydia Klöppel. Und zwar die vertauschten Seiten. Das sei neu. Der Altar stehe nicht mehr wie im Mittelalter zwingend Richtung Osten. In der Schlosskapelle steht der Altar im Westen. "Und der Sitz des Herrschers, also die herrschaftliche Empore, ist im Osten", so Klöppel. Nachfolgend gebaute protestantische Kirchen seien ähnlich aufgebaut.

Vorbild für Kirchen in Europa und Amerika

Mit all diesen Erkenntnissen findet sie eine Bewerbung auf das UNESCO-Weltkulturerbe denkbar. "Das Potential für das Welterbe liegt unserer Meinung nach im Vorbildcharakter, dass die Torgauer Schlosskapelle entwickelt hat." Die Kapelle gelte als Vorbildbau für spätere Kirchenbauten der Protestanten. "Und das eben nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa und wahrscheinlich auch in Amerika", betont die Kulturbetriebsleiterin. Und: International renommierte Historiker stünden hinter einer möglichen Bewerbung der Torgauer Schlosskapelle.

Die Vorentscheidung über die Schlosskapelle als neues Unesco-Weltkulturerbe fällt voraussichtlich erst 2026. Das teilte Sachsens Landeskonservator Alf Furkert in Torgau mit. Demnach läuft derzeit das Vorprüfverfahren. Die Bewertung durch den Internationalen Denkmalrat solle bis Oktober 2026 dauern.

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